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Tlos

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Bilder Tlos
Tlos liegt an der Ostseite des Eşen-Tales welches auch Xanthos-Tal genannt wird, etwa 40 km südöstlich von Fethiye und 65 km nördlich von Kalkan. Die strategisch günstige Lage auf einem 470 Meter hohen Felsplateau ermöglichte die Beherrschung des gesamten darunter liegenden Tales. Über die Geschichte von Tlos ist wenig überliefert worden. Der Fund eines Bronzebeils aus dem 2. Jt. v. Chr. lässt auf eine Besiedlung bereits in der Bronzezeit schließen. Hethitische Quellen aus dem 14. Jh. v. Chr. sowie Münzfunde aus dem 4. Jh. v. Chr. bezeichnen den Ort als Tlawa oder Dalawa (im Land der Lukki). Bereits im zweiten Jahrhundert v. Chr. schloss sich Tlos dem lykischen Bund an und wurde bald eine seiner mächtigsten Städte. Die Städte des lykischen Bundes standen teilweise in Konkurrenz zueinander. So konnte Tlos die Erzrivalin Pinara an Größe und Einfluss bald überflügeln. Tlos erhielt aufgrund seiner Bedeutung neben Olympos, Xanthos, Pınara, Patara und Myra drei Stimmen im lykischen Senat. Tlos gehörte zu den wichtigsten Unterstützern des Satraphenaufstandes, der in dieser Zeit vom Dynasten Pixodarus angeführt wurde. Pixodaros (gest. um 335/334 v.Chr.) war einer der Satrapen von Karien. Pixodaros war der jüngste von drei Söhnen des Hekatomnos, seine Brüder waren Maussolos und Idrieus, seine Schwestern waren Artemisia und Ada. Pixodaros Wege kreuzten sich mit denen des makedonischen Königs Philipp II und dessen Sohn Alexanders (des Großen). Pixodaros stürzte seine regierende Schwester Ada vermutlich in der Zeit 340/339 v.Chr. und übernahm die Herrschaft in Karien. Im Frühjahr 336 v.Chr. bot Phxodaros dem makedonischen König Philipp II an seine Tochter Ada mit dessen Sohn Arrhiadaios zu vermählen. Prinz Alexander (der Große) bot seinerseits an Ada zu heiraten was zu weiteren Streitigkeiten mit Philipp II und schließlich zur Verbannung Alexanders vom makedonischen Königshof führte. Pixodaros verheiratete seine Tochter letztlich mit dem persischen Adligen Orontopates. Pixodaros starb vermutlich eines natürlichen Todes, kurz bevor Alexander der Große im Jahr 334 v. Chr. seinen Asienfeldzug begann. In der Folgezeit übernahm Orontopates die Macht in Karien. Orontopates konnte sich aber nicht gegen Alexander und die ehemalige Fürstin behaupten. Halikarnassos wird von Alexander und Ada erobert. Ein Erlass des Satrapen Pixodaros ist auf der Trilingue vom Letoon hinterlassen. Nach einem verheerenden Erdbeben, das Lykien im Jahre 141 n. Chr. erschütterte, wurde Tlos wie auch Myra mit großzügigen Spenden von dem Mäzen Opramoas aus Rhodiapolis bedacht. Auch Licinnius Langurd aus Oinoanda beteiligte sich mit stolzen 50.000 Denaren am Wiederaufbau. Aufgrund geschichtlicher Überlieferung herrschte im 2. Jh. n. Chr. in Tlos ein brutaler Tyrann namens „Eudemus“. In römischer Zeit beherrschtre Tlos den mittleren und fruchtbarsten Teil des Xanthos-Tals und gewann in der römischen Zeit so stark an Ansehen, dass es sich '"Metropolis der lykischen Nation" nennen durfte. In byzantinischer Zeit erhielt Tlos einen Bischofssitz. In der Folgezeit verlor Tlos trotz seiner ausgezeichneten Lage immer mehr an Bedeutung. Im 19. Jh. besetzte ein grausamer Feudalherr Kanlı Ali die Stadt und erbaute eine Winterresident. Die Festung diente dem Tyrannen als Kaserne. Die Räuber plünderten über Jahrzehnte hinweg die Dörfer des Tals und verbreiteten Angst und Schrecken. Der Archäologe Charles Fellows identifizierte im Jahr 1838 die Stadt als das Tlos der Antike. Eine kartografische Erfassung erfolgte erst ab 1970. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Gräber am Fuß des Felsens auf dem die Stadt errichtet wurde. Das bekannteste Grab zeigt den lykischen Helden Belerophon auf seinem Pferd Pegasus reitend. Besucher von Tlos sollten insbesondere nach längeren Regenfällen, die das Gebiet in eine Sumpflandschaft verwandeln, an festes Schuhwerk denken.