Früheste Besiedlungsspuren sind archäologisch seit mindestens 200.000 Jahren nachgewiesen (Höhlen in Karain). Eine der ältesten Siedlungen der Welt findet sich in Çatal Höyük, ca. 40 km südöstlich von Konya. In Kleinasien entwickelten sich großartige Hochkulturen. Erste assyrische Handelskolonien, so berichten Keilschrifttafeln, dürften etwa 2000 v.Chr. gegründet worden sein (Kültepe). Die Hethiter wuchsen in der Zeit zwichen 1900 – 1200 v.Chr. zu einer gleichrangigen Weltmacht mit den Ägyptern heran. In Hattusa, ihrer Hauptstadt, stehen noch Reste der gewaltigen Befestigung und Grundmauern der Tempelanlagen der 1000 Götter. Missernten, innere Unruhen und Kriege (Angriffe der Seevölker und der Kaskäer) könnten zum Untergang des Hethitischen Großreiches geführt haben. Im Zuge der Großen oder Ägäischen Wanderung (1200 – 1000 v. Chr.) Wird die Westküste Kleinasiens von den griechischen Stämmen der Ionier, Äolier und Dorer Besiedelt. Allein Milet, das sich zur polititsch und kulturell führenden Stadt an der Westküste Kleinasiens entwickelt, gilt als die Mutterstadt für über 90 griechische Kolonien an den Küsten des Schwarzen Meeres. Die Phrygier (800 – 680 v.Chr.) wuchsen in der Folgezeit zur zentralen Macht heran. Wer kennt nicht die Phrygiermütze, König Midas und den Gordischen Knoten. Die Phryger galten auch als Verbündete der Trojaner (s.h. Illias von Homer). Ausgrabungen und steinerne Monumente ihrer Hauptstadt Gordion befinden sich in der Zentraltürkei. Der Aufstieg der lydischen Macht begann mit der Zerstörung des phrygischen Reiches im 7. Jahrhundert v. Chr. Unter der Königsdynastie der Mermnaden, die ca. 680 v. Chr. mit Gyges beginnt, erweiterten die Lyder ihr Reich mit der Hauptstadt Sardes bis zur ostionischen Küste und bis zum Fluss Halys. Dabei gerieten die ostionischen Städte unter immer stärkeren Druck und wurden z. T. erobert. Rückschläge musste das Lyderreich bis ca. 630 v. Chr. aber immer wieder durch die Kimmerier hinnehmen, die sich im 7. Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien aufhielten. So wurde Sardes ca. 652 v. Chr. durch die Kimmerier erobert. Gyges starb bei den Abwehrkämpfen. Anfang des 6. Jahrhunderts erlangte das lydische Reich unter König Alyattes seinen Höhepunkt.Der Nachfolger Alyattes König Kroisos überschritt 547 v. Chr. den Halys und zog gegen die Perser die das Mederreich anektiert hatten. Nach Herodot ( I 53 ) hatte das Orakel von Delphi Kroisos prophezeit er werde ein großes Reich zerstören wenn er den Halys überscheite. Im (Irr-)Glauben damit sei das Perserreich gemeint griff er die Perser an. 547 v. Chr. unterlag Kroisos bei Pteria den Persern . Die Perser drangen ins Lyderreich ein und eroberten 546 die Hauptstadt Sardes. Lydien wurde eine persische Satrapie. Das Perserreich wurde zunehmend durch Alexander dem Großen ab 337 v. Chr. (Schlacht bei Issos 333 v.Chr.) zurück gedrängt. Die Diadochen waren Feldherren Alexanders des Großen und deren Söhne (auch als Epigonen bezeichnet), die nach dessen unerwartetem Tod 323 v. Chr. das Alexanderreich unter sich aufteilten und sich mit wechselnden Bündnissen in insgesamt sechs Diadochenkriegen bekämpften. Danach hatte sich ein Staatensystem etabliert, das bis zum Auftreten des Römischen Reiches im östlichen Mittelmeerraum im 2. Jahrhundert v. Chr. Bestand haben sollte und den Rahmen für die kulturelle Entfaltung des Hellenismus bot. Vor den Römern hatten die pontischen Könige ihr Reich in der Zentraltürkei. Die Felsgräber der Könige in Amasya erinnern daran. Unzählige prachtvolle römische Marmorsärge in den archäologischen Museen der Zentraltürkei erinnern an die große Blütezeit.


