Die „Seevölker" (Fremdvölker) Piraten und Mykener Philister (Peleset??) Ägyptische Quellen zu den „Seevölkern" Papyrus Harris Liste der Völkernamen unter den verschiedenen Pharaonen: Name Amarna Ramses II Merenptha Ramses III
Wer kennt die Abstammung, Herkunft, Wanderungen und Besiedlungen dieser geheimnisvollen Völker. Welche Gründe führten zu dieser Art "Völkerwanderung". Klimaverschiebungen, Hungersnöte, kriegerische Auseinandersetzungen. Diese Themen gehören zu den meistdiskutierten, komplexesten und schwierigsten Forschungsbereichen der Altertumsforschung.
Thesen über die Herkunft und Identität der Seevölker (Fremdvölker):
Indogermanische Einwanderung
- Identität als indogermanische Illyrer
- Vordringen führte zum Niedergang der mykenischen Kultur in Griechenland
- Ansammlung verschiedener Volksstämme als Piraten
- Geflohene Mykener, die Auslöser der Unruhen (vermutliche Klimaveränderung, Hungersnöte)
im Herrschaftsgebiet waren Parallelen in der materiellen Kultur zwischen Mykener und späteren Philister
- Annahme einer kretischen Herkunft der Philister (Piktogramm auf dem Diskos
von Phaistos) aus dem 17. Jh. v. Chr.
- Piktogramm stellt einen Kopfschmuck dar, der Ähnlichkeit mit dem Kopfschmuck der
Peleset (Seevölker-Releifs des Totentempels Ramses III in Medinet Habu) aufweist
- Kopfschmuck könnte jedoch auch karischen Ursprungs sein
- ägäische Hypothese (sh. auch Pelasger) der Herkunft der Philister von den
ägäischen Inseln und vom Festland
- Schrifttafeln aus Ashkelon tragen Inschriften vom zypro-minoischen Schrifttypus,
was die Hypothese einer ägäischen Herkunft der Philister bekräftigt
- anatolische Hypothese betrachtet die West- und Südküste Kleinasiens als das
Herkunftsland der Philister
- Belegung durch griechische Sagen, wonach Perseus und Mopsos, die mit den Danäern
und Kleinasien verbunden sind, mit den Küstenstädten Palästinas Krieg führten
(Perseus und Mopsos, sind mit den Danäern und Kleinasien verbunden und führen
Krieg gegen die Küstenstädte Palästinas. Perseus kämpft gegen ein Ungeheuer
vor Jaffa und Askalon wird von Mopsos erobert.
- Überlieferungen klassischer Historiker weisen den Philistern Lydien als Heimatland zu.
Der Kopfschmuck glich denen der Karer
- Nach Herodot löst sich der Widerspruch der beiden Volksgruppen der
Lyder und Karer dahingehend auf, dass beide aus Kreta stammten
Eine geografische Abgrenzung bzw. Zuordnung des Herkunftslandes der Philister
ist vermutlich nicht zielführend. Für ein Seefahrervolk wie die Philister bildeten die
Küsten Griechenlands, Kleinasiens und die ägäischen Inseln sicherlich eine
geschlossene, organische Welt, in der sie vielfältige Beziehungen unterhielten.
Eine weitere These wäre, dass die einheimischen Bewohner der palästinensischen
Küste unter starkem Einfluss zypriotischer Kaufleute eine neue Identität
entwickelten und sich auch politisch stärker zusammenschlossen (Ethnogenese).
Trojanischer Krieg
- griechische Sagen bezeichnen am Trojansichen Krieg beteiligte Völker
„lautlich" als „Seevölker" (Menelaos verschlägt es beim Versuch der Heimreise
nach Ägypten oder die Mopsos-Sage, vage Erinnerungen an diese Unruhezeit)
Medinet Habu
- Beschreibung des Angriffes auf Ägypten in der Regierungszeit Ramses III
im 8. Regierungsjahr (1180 v.Chr.)
Inschrift des Merenptah
- Inschriften in Karnak und Athribis aus dem 5. Jhr des Merenpath (Baenre-hotephirmaat)
- Schlacht bei Sais (Angriff auf Ägypten durch die Lybier und die Seevölker)
- Aufzählung Lybischer Hilfstruppen der Šardana, Šekeleša, Aqi-waša, Luka, Turiša,
Mešweš, Tjehenu und die Tjemehu
- Reliefdarstellungen der Fremdvölker
Die Peleset, Tjeker, Denua/Danua (Dnw) und die Waschasch (Wašaš) tragen einen
Helm mit Federkrone. Für die Darstellungen hierzu gibt es gleichzeitige Parallelen
in Enkomi. Die Träger eines Hörnerhelms ohne Aufsatz sind die Scherden. Diese Art
der Hörnerhelme wurden als Zeichnung auf Kriegervasen aus Mykene, ebenfalls in Enkomi
gefunden. Die Volksgruppe der Šekeleš tragen Stirnbänder. Die Fremdvölker werden
einheitlich mit einem kurzen Rock dargestellt und sind meist bartlos und tragen Brustpanzer.
Die Waffen bestehen aus einem runden Schild, Speer, Lanze und Schwert. Ihre Schiffe sind
einheitlichen Typs, mit Segeln und einem auffälligen Vogelkopf an beiden Enden. Ob
sie Ruder besaßen, ist umstritten. Die Details der Kleidung bei allen Gruppen sind
eindeutig dem Mittelmeerraum zuzuordnen; ebenso nach wissenschaftlichen Untersuchungen
die Schiffe. Gleichzeitig findet ein Zusammenbruch der bronzezeitlichen Kulturzentren
im östlichen Mittelmeerraum statt.
- stellt einen Rechenschaftsbericht Ramses III dar
- Datierung kurz nach desse Tod
- Bericht über den Pharao, der die „Dnjn", die auf ihren Inseln sind, tötete
Gefangene ‚Šrdn‘ werden als Hilfstruppen angesiedelt. Wenn sich dies auf dieselben
Ereignisse wie die Inschriften von Medinet Habu bezieht, so heißt dies vermutlich,
dass der ägyptische Sieg nicht vollkommen war, sondern dass man die Angreifer
an der Peripherie ansiedeln und mit Tributen besänftigen musste. Die meisten
Kommentatoren nehmen zudem eine Verwechslung der ‚Šrdn‘ mit den Sklš‘ (Schekelesch)
an, denn die ‚Šrdn‘ (Schardana) sind schon aus früherer Zeit als ägyptische Hilfstruppe
bekannt: Sie sind bereits unter Ramses II. auf ägyptischer Seite in der Schlacht von
Kadesch belegt. Sie kamen offenbar als Kriegsgefangene in die Armee und werden
als Hörnerhelmträger mit Knauf abgebildet.
Die Šrdn entsprechen wohl den Šardanu in den Amarnabriefen (18. Dynastie). In einem
Brief des Königs von Byblos an den Pharao werden Šardanu (Schardana) als Leibwache erwähnt.
Nicht alle Völkernamen tauchen in allen Quellen auf:
Luka ● ● ●
Šardana ● ● ● ●
Šekeleša ● ●
Turiša ● ●
Aqi-waša ●
Danu ● ● ●
Tjeker ●
Peleset ●
Wašaš ●
Neuere Forschungen
definieren als Ausgangspunkt für die Wanderungen der Seevölker den west- bzw.
süd-kleinasiatischen und den ägäischen Raum. Als Ursachen für die
Wanderbewegungen werden Klimaveränderungen, Hungersnöte und daraus resultierende
Unruhen in den bezeichneten Gebieten abgeleitet. Auch die alte ägyptische Bezeichnung
Hau-nebut (für Seevölker) weist auf die Bewohner der Ägäis hin.


