Äolien ist eine antike Landschaft, die von den Äolieren, einem Volkstamm der Griechen besiedelt wurden. Die Besiedlung erfolgte an der Nordwestküste Kleinasiens. Das Herrschaftsgebiet war von mächtigen Reichen umgeben und reichte vom Eingang des Hellespont (heute Dardanellen) im Norden bis zum Hermos (Gediz). Im Süden. Der Gediz (der antike Hermos) ist ein Fluss in der Türkei im westlichen Kleinasien und ist mit 405 km nach dem Großen Mäander das zweitlängste Gewässer der Region.Der Gediz enspringt im Bergland von Lydien zwischen der Gebirgsstadt Gediz und dem Murat Dagı (2309 m), wo auch der Große Mäander seinen nördlichen Quellfluss Banaz hat. Nach etwa 300 km Flusslauf erreicht er bei der antiken Ruinenstadt Sardes das breite Ost-West-Tal. Danach durchfließt er Manisa und mündet 30 km nordwestlich von İzmir und 10 km südöstlich von Foca in den Golf von İzmir. Der Gediz mündet in einem über 20 km breiten Flussdelta. Dieses Delta hat sich im Laufe der Geschichte, wie auch die des Großen und Kleinen Mäander - merklich in Richtung Meer ausgedehnt. Das südliche Delta (gegenüber İzmir) bildet ein ausgedehntes Sumpfgebiet. Die benachbarten Herrschaftsgebiete waren im Norden Mysien, im Süden Ionien und im Osten Lydien. Im 8. Jahrhundert v. Chr. bildeten die äolischen Städte einen Zwölfstädtebund (Dodekapolis): Kyme, Larisa, Neonteichos, Temnos, Cilla, Notion, Aegiroessa, Pitane, Aigai, Myrina, Gryneion und Smyrna. Im Jahre 699 v. Chr. trat Smyrna dem Ionischen Bund bei. Kroisos (Reigerungszeit von etwa 556 - 541 v.Chr.), der letzte König von Lydien regierte fortan das Land. In den Folgejahren erlebte die Region eine wechselvolle Geschichte mit verschiedenen Herrschern. Zunächst beherrschte Kyros II, der Perser das Gebiet. Später eroberten die Makedonen, die Seleukiden und die Attaliden das Gebiet. Attalos III., der König von Pergamon, überließ Äolien 133 v. Chr. testamentarisch dem Römischen Reich. Kurz darauf wurde die Aiolis Teil der römischen Provinz Asia. Bei der Teilung des römischen Reiches (395 n. Chr.) kam Äolien zur Osthälfte, dem späteren Byzantinischen Reich, und blieb unter byzantinischer Herrschaft bis zur Eroberung durch die Osmanen zu Beginn des 15. Jahrhunderts.
Im 8. Jh. v. Chr. gründeten die äolischen Städte einen Zwölfstädtebund (Dodekapolis)
(Quellen aus Wikipedia auszugweise entnommen)
Kyme (Karte)
(lat. Cyme) war eine auf zwei Stadthügeln liegende antike griechische Stadt in der kleinasiatischen Landschaft Äolien an einer südlichen Nebenbucht des Elaitischen Golfs (heute Candarlι körfezi) beim heutigen Ort Aliaga in der Türkei. Die Stadt wurde gemäß antiker Überlieferung von Äoliern und Lokrern gegründet. Von hier aus wurde Side besiedelt. Die Stadt war Mitglied des aiolischen Elfstädtebundes und galt laut Strabon als größte und bedeutendste Stadt Äoliens. Die Tochter eines kymischen Königs war Frau des König Midas. 546 v. Chr. wurde die Stadt in den Aufstand des Paktyes verwickelt. 499 v. Chr. war sie am Ionischen Aufstand, 480 v. Chr. am Xerxeszug beteilig. Im Winter 480/79 v. Chr. war Kyme Winterquartier der persischen Flotte. 477 v. Chr. trat die Stadt dem Attischen Seebund bei, 412 v. Chr. stand man gegen Athen auf spartanischer Seite. Seit 400 v. Chr. wechselte Kyme schließlich von einigen Unterbrechungen abgesehen auf die Seite der Perser. Seit der Eroberung unter Alexander dem Großen und dessen Nachfolgern war die Stadt wieder unter griechischer Herrschaft. 218 v. Chr. wechselte Kyme mit anderen Städten Ioniens und der Ägäis von Achaios zu Attalos I. 190 v. Chr. wurde die Stadt seleukidisch. Zwei Jahre später bestimmte Rom, dass die Stadt Steuerfreiheit zu erhalten hatte. 154 v. Chr. zahlte Prusias II. für angerichtete Schäden eine Entschädigung. Bei einer Schlacht bei Kyme wurde 132 v. Chr. Aristonikos geschlagen. Drei Jahre darauf wurde die Stadt der neuen römischen Provinz Asia zugeschlagen. Noch im 1. vorchristlichen Jahrhundert scheint Kyme sehr wohlhabend gewesen zu sein. In byzantinischer Zeit war die Stadt ein Suffraganbistum von Ephesos.
Larisa am Hermos
Larisa lag nördlich des Unterlaufes des Flusses Hermos in der Aiolis in der heutigen Türkei. Bereits bei Homer als Stadt der Pelasger erwähnt, wurde Larisa von dem griechischen Stamm der Aioler erobert und erhielt fortan den Beinamen Phrikonis. In archaischer Zeit (ca. 700–490 v. Chr.) war Larisa im aiolischen Elfstädtebund organisiert, im 5. Jahrhundert v. Chr. im Attisch-Delischen Seebund. 399 wurde die Stadt von Thribon vergeblich belagert, 398 schließlich von Derkylidas übernommen. In hellenistischer Zeit (332–30 v. Chr.) verkam Larisa zu einem Dorf. Die Identifikation von Larisa mit der antiken Stadt bei Buruncuk mit einem Palast, einem Megaronkomplex des 6. Jahrhunderts v. Chr., einer Wehrmauer, sowie einem jüngeren Palast von ca. 330 v. Chr. mit 4 Megara, ist umstritten. Möglich wäre auch die Lokalisierung bei Yanıkköy.
Neonteichos keine geschichtlichen Angaben bekannt
Temnos keine geschichtlichen Angaben bekannt
Cilla keine geschichtlichen Angaben bekannt
Aegirossa keine geschichtlichen Angaben bekannt
Notion (Karte)
ca. 50 km südlich von İzmir am Golf von Kusadası. Notion galt als äolische Gründung, lag jedoch in Ionien. Es diente als Hafenstadt für Kolophon und das Heiligtum von Klaros. In Notion kamen in der Antike die Pilger an, wenn sie Klaros besuchen wollten. Sie pilgerten etwa einen Kilometer auf einer heiligen Straße bis zum dortigen Orakel. In hellenistischer Zeit wurde Notion mit Kolophon vereinigt. Die Stadt liegt erhöht auf einem Hügel, von dem man das Meer gut überschauen konnte. Es gibt noch Reste der Befestigungsmauer, der Nekropole, der Tempel, der Agora und des Theaters.
Pitane (Karte)
war eine antike Stadt mit zwei Häfen in der mysischen Aiolis beim heutigen Candarli in der Türkei. Pitane galt als sagenhafte Herkunft der Amazones. Pitane war Mitglied im Attisch-Delischen Seebund. Im Jahr 336 v. Chr. belagerte Parmenion Pitane vergeblich. Für 380 Talente kaufte sich Pitane 281 v. Chr. von Antiochos I. Land hinzu und blieb bis 133 v. Chr. freie Stadt im Pergamenischen Reich. Im Ersten Mithridatischen Krieg floh Mithridates VI.nach Pitane und wurde dort von Gaius Flavius Fimbria eingeschlossen. Auf Anweisung Sullas ließ ihn der Flottenkommandant Lucullus zur See entkommen. In der römischen Kaiserzeit erlitt Pitane bei einem Erdbeben schwere Schäden. Der platonische Philosoph Arkesilaos und der christliche Dichter Matron stammten aus Pitane. In christlicher Zeit war die Stadt Suffraganbistum von Ephesos. Pitane lag auf einer Halbinsel, auf der später ein venezianisches Kastell errichtet wurde. Die Grabungen des Archäologen Ekrem Akurgal in den Jahren 1959 bis 1965 sind noch unveröffentlicht. In der Stadt selbst wurde bisher offiziell noch nicht gegraben, daher gibt es bis auf Keramik (Terra Sigillata) kaum archäologische Funde von dort. Reste der Stadtmauer sin dzu erkennen, außerdem die Lage des Theaters und eines vermutlichen Stadions. Grabungen in den Nekropolen erbrachten Keramikfunde aus der mykenischen, protogeometrischen, geometrischen, orientalisierenden und archaischen Zeit.
Aigai (Karte)
auch Nemrutkale oder Nemrut Kalesi genannt, ist eine antike Stadt in der historischen Region Äolien. Sie liegt auf dem Bergrücken Gün Dağı beim Dorf Köseler im Landkreis Manisa der türkischen Provinz Manisa, etwa 35 km südlich von Pergamon (Bergama), 20 km östlich von Aliaga. Aigai wird bei Herodot und bei Strabon erwähnt. Es gehörte im achten vorchristlichen Jahrhundert zum äolischen Zwölfstädtebund, nach dessen Ende zum lydischen, später zum Perserreich. Anfang des vierten Jahrhunderts v. Chr. war es Teil des pergamenischen Reichs. Nachdem es zeitweise im Besitz der Seleukiden war, wurde es 218 v. Chr. von Attalos I. für Pergamon zurückerobert. Im Krieg zwischen Pergamon und Bithynien wurde es 156 v. Chr. durch Prusias II. zerstört. Nach einem durch die Römer vermittelten Frieden wurde die Stadt mit 100 Talenten entschädigt. Unter der pergamenischen Herrschaft wurden Marktanlagen und ein Apollotempel errichtet. Im Jahr 17 n. Chr. wurde Aigai, nach dem Ende der Attaliden-Dynastie 133 v. Chr.unter römischer Herrschaft, durch ein Erdbeben völlig zerstört, erhielt jedoch von Kaiser Tiberius Hilfe für den Wiederaufbau.
Myrina
Sie befand sich etwa 37 Kilometer südwestlich von Pergamon. Myrina gehörte zu den zwölf äolischen Städten, die erst von Krösus erobert und dann unter Kyros II. dem persischen Reich einverleibt wurden. Im 5. Jahrhundert v. Chr. gehörte Myrina zum Delisch-Attischen Seebund. In hellenistischer Zeit wurden in Myrina charakteristische Terrakotta-Statuetten hergestellt, die in der Nekropole der Stadt gefunden wurden. Die Nachbarstadt Gryneion mit einem bekannten Apollon-Heiligtum wurde im Hellenismus mit Myrina vereinigt. Myrina wurde 17 und 106 n. Chr.durch Erdbeben zerstört und wiederaufgebaut. Im 1. Jahrhundert trug sie zeitweilig den Namen Sebastopolis („Augustus-Stadt"). Die Stadt lag auf und um zwei Hügel an der Mündung eines kleinen Flusses. Auf dem Akropolis-Hügel sind Reste einer byzantinischen Stadtmauer zu sehen. Außerdem gibt es Reste einer Kaianlage. Ausgrabungen haben Tausende von Gräbern aus hellenistischer Zeit aufgedeckt.
Gryneion
war eine antike Stadt in der Landschaft Äolien an der nordwestlichen Ägäisküste der heutigen Türkei beim Vorgebirge Temasalik Burnu. Sie erscheint zuerst in der Geschichte als Mitglied des Delisch-Attischen Seebunds im 5. Jahrhundert v. Chr. Gegen Ende des Peloponnesischen Kriegs gelangte die Stadt unter persische Herrschaft. Während des Alexanderzugs wurde Gryneion erobert, seine Bewohner versklavt. In hellenistischer Zeit war es zeitweilig mit seiner Nachbarstadt Myrina vereinigt. Im 3. Jahrhundert v. Chr. prägte Gryeion eigene Münzen. Bekannt war Gryneion vor allem durch sein Heiligtum des Apollon, das auch eine Orakelstätte war. Es stand auf einem Vorgebirge, wo sich aber nur wenige Reste erhalten haben.
Smyrna (Karte)
das heutige İzmir ist mit knapp drei Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt der Türkei und Hauptstadt der Provinz gleichen Namens. Sie beherbergt den nach İstanbul zweitgrößten Hafen des Landes. Erste Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen İzmir datieren ca. 6500–4000 v. Chr. Das Gebiet wurde von Luwiern, Hethitern, Phrygern und Griechen erobert bzw. besiedelt.


