
Landschaft:
Mysien war eine historische bewaldete Mittelgebirgslandschaft im Nordwesten des antiken Kleinasien. Der Name Mysien ist nach de thrakischen Volksstamm der Mysoi benannt, die vermutlich im 12 Jhr. v. Chr. in dieser Region siedelten. Mysien war nie eine ökonomische, administrative oder politische Einheit.Die Herkunft der Mysier ist nicht ganz geklärt. Sie dürften aber wie die Phryges von der unteren Donau eingewandert sein, wohl aus dem Gebiet des späteren Mösien. Nach Strabon (vgl. 12,4.4) waren die Siedlungsgebiete der Phryges und Mysoi in Kleinasien für die Assyrer die Region der Muski, beide Stämme waren schwer zu scheiden. Die griechischen Autoren (s. Ptolemaios 8,11,1) unterschieden "Kleinmysien", womit das Küstengebiet mit den wichtigsten Städten gemeint war und "Großmysien", das vor allem das Binnenland umfasste. Das Gebiet von Mysien war von mächtigen Reichen umgeben bzw. durch landschaftliche Gegebenheiten eingegrenzt. Nördlich grenzte Mysien an den Hellespont und die Propontis; in östlicher Ausrichtung bildete der Fluss Rhyndakos und das Gebirgsmassiv des mysisch-bithynischen Olymps (Uludag) die Grenze zu Bithynien. Im Westen bildet der Aisepos die Grenze zur Troas hin, wobei diese Landschaft häufig noch zu Mysien gerechnet wird. Die Ägäis und der Golf von Adramyttion bildeten die West- und Südwestgrenze. Die Grenze im Süden und Südosten ist schwieriger zu definieren, Mysien grenzte hier an Phrygien, Lydien und die Aiolis. Die grografischen Gegebenheiten Mysiens ist durch eine waldige Binnen- und Mittelgebirgslandschaft gekenntzeichnet. Die Hauptgebirge sind der Ida (Kaz Dagý) und der mysische Olympos (Uludag) mit einer Höhe von 2542 m im Norden und der Tymnos (Demir Dagi) im Süden. Mysien wurde durch verschiedene Flüsse durchzogen. Die Hauptflüsse Mysiens, ehemals über weite Strecken schiffbar, sind Rhyndakos (Adyrnaz Cay), Makestos (Simav Cay), Tarsios, Aisepos (Gönen Cay), der Granikos (Biga Cayy), in der Troas der Skamandros und der Kaïkos (Bakyrcay). In der Landschaft von Mysien wurde eine Reihe von Römerbrücken gebaut, die teilweise noch gut erhalten sind. Zu nennen sind hier:
die Aiseposbrücke, die Makestosbrücke, die Weiße Brücke (Granikos) und die Konstantinbrücke (Rhyndakos).
Mythologie:
In der griechischen Mythologie war der wichtigste SKönig der Mysier Teutras:
König Aleos übergab seine Tochter Auge dem Nauplios mit dem Auftrag, sie ins Meer zu werfen, da sie einen Sohn, Telephos mit Herakles geboren hatte, der einem Orakelspruch zufolge die beiden anderen Söhne des Aleos umbringen sollte. Gerührt von ihrer Schönheit, geleitete sie Nauplios nach Mysien zum König Teuthras, der die Verlassen an Statt Kindes annahm. Ihr Sohn Telephos, nachdem er ausgesetzt ung von einer Hirschkuh gesäugt, gerangewachsen war, zog aus, seine Mutter zu suchen, und kam, vom delphischen Orakel unterrichtet, nach Mysien, wo Theutras eben in einen schweren Krieg verwickelt war. Telephos halt ihm und der gerettete Fürst versprach ihm dafür die Hand seiner Pflegetochter Auge und das Reich. Als sich diese jedoch, des Herakles eingedenk, der Vermählung mie einem Sterblichen widersetzte und im Brautgemach sogar mit dem Schwerte drohte, erschien zwischen beiden, von den Göttern gesandt, eine Schlange, worüber erschrocken Auge das Schwert fallen ließ. Telephos ergreift dieses und zückt es auf die Auge, als diese in Todesangst laut den Herkles anruft, woran Telephos die gesuchte Mutter erkennt und sie in die Heimat zurückführt. Nach andererSage trieb der Kasten, in welchem Aleos die Auge mit Telephos ausgesetzt hatte, an die Küste von Mysien und Theutras nahm Auge zur Frau. (Meyers 1888).
Antike Orte und Städte
mit zum Teil großer Vergangenheit, die heute weitestgehend vergessen sind:
Apollonia am Rhyndakos (Karte)
(lateinisch: Apollonia ad Rhyndacum; heute Gölyazý am Uluabat Gölü [lacus Apolloniatis] - Ulubat-See bei Bursa; ehem. Apolyont, Apolynt). Apollonia lag auf zwei Hügeln am/im Ulubat-See. Der See hat heute je nach Wasserstand eine Fläche von 135 bis160 km². Die Wassertiefe beträgt jedoch nur ca. 3m. Auf dem erstem Hügel (St. Georgs-Hügel) befindet sich eine byzantinische Befestigung. Eine weitere solche Befestigung auf dem zweiten Hügel wurde möglicherweise auf einem hellenistischen Vorgängerbau errichtet, unter Verwendung zahlreicher kaiserzeitlicher Spolien. Eine byzantinische Mauer stammt aus dem frühen Mittelalter, vermutlich 8-10 Jh. n.Chr.. Im Ort gibt es eine große dreischiffige postbyzantinische Kirche sowie eine kleine Einraumkirche, auf der vorgelagerten Konstantins-Insel eine byzantinische Kuppelkirche.
Astyra: keine geschichtlichen Daten bekannt
Kyzikos (Karte)
(griechisch Êýæéêïò, latinisiert Cyzicus) war eine griechische Stadt an der Südküste des Marmarameers in der antiken Landschaft Mysien gelegen. Heute heißt die Ortschaft Balýz bei Erdek in der Provinz Balýkesir (Türkei). Die Stadt lag auf dem Isthmos der Halbinsel Arktonnesos (Kapýdag). Die Stadt erreichte einen großen Wohlstand, der auf den entstandenen Doppelhafen (Thrakischer Seehandel) und das große Territorium zurückzuführen ist. Die Stadt ist nach dem eponymen Gründer Kyzikos benannt, dem König der Dolionen, der angeblich von den Argonauten getötet wurde.
Lampsakos (Karte)
Die ursprünglich als Pityusa oder Pityussa bekannte Stadt geht vermutlich auf die Gründung der Phokaier zurück. Nach der von Pomponius Mela überlieferten Gründungslegende erhielt die Stadt Ihren Namen daher, dass ein Orakel auf die Frage der Phokäer, wo sie ihre Stadt gründen sollen, antwortete: „dort, wo es zuerst geblitzt (griech.: lampein) hat". In die Frühzeit gab es immesr wieder Grenzkonflikte mit den milesischen Nachbarn und dem thrakischen Miltiades, der, wie Herodot berichtet, Krieg gegen die Lampsakener führte. Diese konnten ihn jedoch in einen Hinterhalt locken und gefangennehmen und ließen ihn erst nach einer Drohung durch seinen Verbündeten Kroisos wieder frei. Vom ursprünglichen Lampsakos in der Nähe der modernen Neugründung Lapseki, in der heutigen türkischen Provinz Çanakkale, sind heute nur noch die Ruinen der Stadtmauer und die Nekropole erhalten.
Myrina (Karte)
lag etwa 37 Kilometer südwestlich von Pergamon. Myrina gehörte zu den zwölf äolischen Städten, die erst von Krösus erobert und dann unter Kyros II. dem persischen Reich einverleibt wurden. Im 5. Jahrhundert v. Chr. schloss sich Myrina dem Delisch-Attischen Seebund an. In hellenistischer Zeit wurden Myrina durch Terrakotta-Arbeiten über die Grenzen bekannt. In Myrina wurden die charakteristischen Terrakotta-Statuetten hergestellt, die in der Nekropole der Stadt gefunden wurden. Die Nachbarstadt Gryneion mit einem bekannten Apollon-Heiligtum wurde im Hellenismus mit Myrina vereinigt. Myrina wurde 17 und 106 n. Chr. durch Erdbeben zerstört und wiederaufgebaut. Im 1. Jahrhundert trug sie zeitweilig den Namen Sebastopolis („Augustus-Stadt"). Die Stadt wurde auf und um zwei Hügel an der Mündung eines kleinen Flusses erbaut. Auf dem Akropolis-Hügel sind Reste einer byzantinischen Stadtmauer zu sehen. Außerdem gibt es Reste einer Kaianlage. Ausgrabungen haben Tausende von Gräbern aus hellenistischer Zeit aufgedeckt.
Parion (Karte)
(lateinisch Parium) ist eine antike Stadt in Mysien an der südlichen Küste des Hellesponts (Dardanellen) in der Nähe des heutigen türkischen Ortes Kemer (griechisch: Kamares). Parion, zwischen Lampsakos und Priapos in der Nähe des Kaps von Tersana-Bounou gelegen, wurde wohl von Pariern gegründet, daher der Name. Parion gehörte zum Delisch-Attischen Seebund. In hellenistischer Zeit zum Einflussbereich des Lysimachos, später zum Reich der Attaliden von Pergamon. In römischer Zeit wurde Parion unter Augustus zur Colonia Pariana Iulia Augusta.
Pergamon (Karte)
eines der berühmtesten Städte in der antiken griechischen Welt und nahe der Westküste Kleinasiens in der heutigen Türkei gelegen. Während des 3. und 2. Jahrhunderts v. Chr. war Pergamon Hauptstadt des Pergamenischen Reiches, das sich über große Teile des westlichen Kleinasiens erstreckte. Unter der kunstsinnigen Dynastie der Attaliden, die bestrebt war, ein neues Athen zu schaffen, wurde die Stadt zu einem der bedeutendsten Kulturzentren des Hellenismus. Der heutige türkische Name der Stadt ist Bergama. Pergamon liegt etwa 80 km nördlich von Ýzmir (Smyrna).
Priapos keine geschichtlichen Daten bekannt.


