Die Herkunft der Hethiter bleibt nach heutigem Wissenstand weitestgehend im Dunkeln. Nach heutigem Wissensstand ergeben sich verschiedene Theorien über die Herkunft bzw. Einwanderung.
1. Die Hethiter gehörten zu den Ureinwohnern
2. Einwanderung indogermanischer Gruppen aus Südrussland über den Kaukasus nach Anatolien
3. Einwanderung indogermanischer Gruppen von Westen
Die Herkunft wird die zweite Hälfte des dritten Jahrtausends v. Chr. angenommen. Aus heutiger Sicht ist weder eine gewaltsame Invasion noch eine Völkerwanderung im größeren Stil nachzuweisen. Vielleicht wanderten indogermanische Gruppen nach und nach in Anatolien ein und vermischten sich teilweise mit der einheimischen hattischen Bevölkerung. Etwa gleichzeitig kamen vielleicht auch andere indogermanische Einwanderer: Die Luwier ließen sich im Süden und Westen und die Palaier im Norden und Nordwesten Anatoliens nieder. Die Blütezeit des Reiches datiert in die Zeit im 17./16. Jahrhundert, als sich der hethitisch beeinflußte Raum nach Süden ausdehnte. 1531 v. eroberten hethitische Truppen unter Mursili I. Babylon. Die Zeitspanne von 1400 bis 1200 bezeichnet man als hethitische Großreichszeit, das Reich dehnte sich bis an den Euphrat aus. Zu diesem Reich zählten weite Teile Anatoliens und zeitweise auch die nördliche Hälfte des heutigen Syrien. Hauptstadt des Reiches war Hattuša im Norden von Zentralanatolien, etwa 150 km östlich von Ankara. Hattusa wurde berühmt, vor allem durch ca. 30.000 Texttafeln, die hier Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt wurden. Bis dahin kannte man die Hethitern nur aus altorientalischen und ägyptischen Texten, die entsprechenden Sprachen/Schriften waren bereits Anfang des 19. Jahrhunderts entziffert worden. Die Herrscher Ägyptens, Babyloniens und Assyriens betrachteten den hethitischen Großkönig weitgehend als gleichrangigen Partner, mit dem sie diplomatische Kontakte und Handelsbeziehungen unterhielten aber auch Kriege führten.
Es kam zu Auseinandersetzungen mit Ägypten und zur Abgrenzung ägyptischen und hethitischen Einflusses in Syrien. Die Schlacht bei Kades zwischen den Ägyptern und den Hethitern fand im fünften Regierungsjahr des Pharaos Ramses II., 1274 v. Chr. bei der Festung Qadeš am Fluss Orontes (im westlichen Syrien, nahe der heutigen syrisch-libanesischen Grenze) statt. Zwischen den Hethitern (König Mutwatalli II) und den Ägyptern (Ramses II) wurde nach der Schlacht bei Kadesch der erste bekannte Friedensvertrag der Geschichte geschrieben. Hethitische Keilschrifttexte berichten von politischen Verbindungen zu einem Land namens Ahhijawa, womit möglicherweise die griechischen Achaier gemeint sind. In der Folgezeit kam es zu einem Niedergang des Hethiterreiches Um 1200 brach das Hethiterreich unter dem Druck der Assyrer und der von Asien heranwandernden Völkerschaften bzw. unter dem der Seevölker zusammen, zeitlich etwa gleich der von HOMER besungenen Zerstörung Trojas. Wo sie sich in kleinstaatlichen Gebilden halten konnten, begegnen sie im Alten Testament, etwa als die „Kinder Heth" in 1. Mose 23. Die Hethiter benutzten die Keilschrift sowie eine Bilderschrift. Religiöse Vorstellungen entlehnten sie von den Babyloniern und Hurritern. Der Untergang des Hethitischen Reiches (Aufgabe der Hauptstadt Hattusa) und der Verbleib des Volkes ist genau so rätselhaft wie die Herkunft.


