Monday, May 21st

Last update04:29:17 PM GMT

Phryger

E-Mail Drucken PDF

Phrygien ist eine antike Landschaft im Zentrum von Kleinasien (westl. Türkei). Im 12. Jh. v. Chr. wanderten indogermanische (indoeuropäische) Volksgruppen, darunter die Phryger, nach Kleinasien ein. Die Phryger werden als Mischvolk aus Hethitern und anderen Volksgruppen angesehen und bildeten anfgangs einen lockeren Verband. Sie siedelten zum Teil auf dem ehemaligen Herrschaftsgebiet der Hethiter. In der Zeit um etwa 800 v.Chr. gründete der sagenhafte König Gordios die Stadt Gordos. Gordos wurde Hauptstadt eines gemeinsamen Reiches. Ein Frevel des Königs Meon hatte Pest und Dürre in das Land gebracht. Die Einführung des Kybele Kults war neben der Bestattung des Attis Bedingung zur Sühne. Seine Blütezeit und den Höhepunkt der Machtentfaltung erreichte das Phrygerreich unter dem mythischen König Midas um etwas 710 v.Chr. Unter der Herrschaft von Midas wurde insbesondere der Kult der Kybele gefördert. Er heiratete eine Griechin und spendete in Delphi einen kostbaren Thron. In assyrischen Annalen taucht erstmals 738 v. Chr. ein gewisser Mita von Muschki auf. Eine Gleichsetzung mit Midas von Phrygien wird - im Gegensatz zu den Muschki zur Zeit Tiglatpilesars I. - allgemein akzeptiert. In den Annalen Sargons (ca. 722-705) ist Mita an verschiedenen Stellen erwähnt. Zwar wurde er letztlich tributpflichtig, bemerkenswert ist jedoch die Tatsache, dass das Phrygerreich sowohl geographisch (Ostanatolien) in den Blickpunkt der Assyrer geriet, als auch, dass Mita als bedeutender Herrscher und Taktierer galt. Man kann daher mit Fug und Recht von einem phrygischen Großreich sprechen. Durch ein Bündnis mit Urartu gelang es Midas, vorübergehend die Unabhängigkeit seines Staates zu sichern. Während die Assyrer das Reich zunehmend bedrohten fielen gegen Ende des 8. Jahrhunderts die Kimmerier aus dem nordöstlichen Schwarzmeergebiet über den Kaukasus in Kleinasien ein. Zunächst bedrängten sie das Reich von Urartu. Dann wandten sie sich gen Westen und griffen das Phrygerreich an. 696 oder 675/674 - neuerdings wird in der Forschung das letztere Datum favorisiert - fiel Gordion. Midas starb dabei den Freitod - der Überlieferung nach durch Trinken von Stierblut. Das Ende des Phrygischen Großreichs war besiegelt. In der Folgezeit eroberten die Perser das Gebiet und seit 546 v. Chr. stand Phrygien unter persischer Herrschaft. Nach dem Niedergang des Perserreiches und der Eroberung durch Alexander dem Großen fiel das Gebiet unter makedonische Herrschaft. Im Jahr 133 v.Chr. wurde es römische Provinz. Die Phrygische Kultur war für die eingesessenen anatolischen Völker von großer Bedeutung. Dies war darauf zurückzuführen, daß die Phryger mit den an der Kleiasiatischen Küste siedelnden Griechen einen lebhaften Warenhandel betrieben. Somit vermischte sich die phrygische mit der syrischen Kultur. In der Religion nahm Kybele eine herausragende Stellung ein. Wichtigstes Kulturzentrum war Pessinus (130 km südwestlich von Ankara) mit dem Kybele-Heiligtum. Die Galater übernahmen im 3. Jahrhundert v. Chr. die Verwaltung in Pessinus. Über Pergamon gelangte der Kybele-Kult durch Überbringung des schwarzen Meteoriten als Symbol der Göttin nach Rom. Später wurde Kybele als Magna Mater im Römischen Reich verehrt. Manche sprechen von einem phrygischen Ursprung des Adonismythos. Die Griechen übernahmen von den Phrygern insbesondere den Kult der Großen Göttin Kybele, des Dionysos, dessen Siegeszug von Phrygien ausging, sowie die phrygische Musik. Einige Inschriftenfunde in Königsgräbern belegen, dass die phrygische Sprache zur indogermanischen Sprachfamilie zu zählen ist.

Zeittafel prhygischer Geschichte