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Erythrai

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Erythrai, später Litri war eine antike griechische Stadt in der kleinasiatischen Landschaft Ionien. Die antike Stätte liegt an der Ägäisküste der heutigen Türkei beim Dorf Ildır im Landkreis Çeşme der Provinz İzmir. Erste Besiedlungsspuren durch ausgewanderte Ionier datieren auf das 7. Jh. v. Chr.. Vom 6. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. war Erythrai Mitglied im Ionischen Bund und verweist auf eine wechselvolle Geschiche. Im Zeitraum zwischen 490 und 480/479 v. Chr. erreichten die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Persern und Griechen, die Perserkriege, ihre Höhepunkte. Die Perser wollten nach der Niederschlagung des Ionischen Aufstandes wieder ganz Griechenland unterwerfen und bedrohten es mehrfach mit großen Heeren und Flotten. Die Angreifer wurden jedoch von den Griechen in fünf bedeutenden Schlachten, drei zu Lande und zwei zu Wasser, besiegt und schließlich zum endgültigen Rückzug gezwungen: den Schlachten bei Marathon, an den Thermopylen und bei Platää und den Seeschlachten bei Salamis und Mykale. Im Peloponnesischen Krieg 431-404 v. Chr war die Stadt abwechselnd unter persischer und athenischer Kontrolle. Auch während des Hellenismus wechselte die politische Zugehörigkeit Erythrais mehrmals. Seit dem Ende des pergamenischen Reichs 133 v. Chr. gehörte es als freie Stadt (civitas libera) zur Provinz Asia des römischen Reichs. Eine berühmte Pesönlichkeit des Ortes war die Sibylle von Erythrai. „Nachfolgend wird sie als die Seherin aus Erythrai an der ionischen Küste verstanden, die angeblich den Fall Trojas geweissagt haben soll. Neben der Tiburtinischen Sibylle war sie im Mittelalter bei Gelehrten und im Volk die bekannteste pagane Seherin. Ihr wurden „uralte“ Warnungen vor einem „Weltgericht“ (Apokalypse) zugeschrieben. In Anlehnung an Augustinus verstand das christliche Mittelalter die Erythraeische Sibylle als eine den Propheten gleichzustellende pagane Verkünderin eines Gottesgerichts (Apokalypse). Diese Sicht beruhte insbesondere auf einem bei diesem Kirchenlehrer des 4. Jahrhunderts zu findenden „Zitat“ mit dieser Sibylle zugeschriebenen apokalyptischen Worten.[4] In der Renaissance wurde dagegen eher ihre allgemein angenommene prophetische Gotteserwartung hervorgehoben. In der Kunst der Gotik wird die Erythraeische Sibylle oft in Anlehnung an die Auflistung nach Varro als eine in einer Reihe von Sibyllen dargestellt, häufig zusammen mit einer oft gleichen Anzahl von Propheten des Alten Testaments. In den zahlreichen Gruppendarstellungen von Sibyllen findet sich fast immer eine namentlich bezeichnete Erythraeische Sibylle oder sie ist durch ein von ihr gehaltenes Spruchband oder Buchseiten mit Teilen des ihr zugeschriebenen Zitats erkennbar. Darstellungen einer einzelnen Sibylle in der Gotik, vor allem im Umfeld von Szenen des Weltgerichts, werden oft als Erythraeische Sibylle gedeutet, zumal ihre „Worte“ in dieser Zeit auch Aufbau und Verständnis der Totenmesse beeinflusst hatten und ihre Figur auch (i.d.R. als einzige der Sibyllen) in volkstümlichen Geistlichen Spielen auftrat. Die Renaissance stellte den apokalyptischen Charakter dieser Sibylle eher in den Hintergrund und betonte mehr allgemein ihr „Prophetentum“. Ihre heute wohl bekannteste bildliche Darstellung nicht nur aus dieser Epoche ist die Erythrae unter den fünf Sibyllen des Michelangelo im Fresko an der Decke der Sixtinischen Kapelle. Unter zahlreichen Darstellungen der Erythraeischen Sibylle findet man sie an folgenden Orten: • bei Capua ein romanisches Fresko in der Kirche Sant’ Angelo in Formis, nahe einer Szene des Weltgerichtes • Siena, Mosaik der Renaissance im Fußboden des Domes, als eine in einem Bildzyklus verschiedener Sibyllen Unter den zehn gotischen Halb-Plastiken im Chorgestühl des Ulmer Münsters ist keine der Sibyllen direkt als Erythraeische Sibylle bezeichnet, jedoch findet sich der gesamte Text ihrer Worte dort als Tafel.[5]“ Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sibylle_von_Erythrai