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Didim Apollon Tempel

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Rekonstruktion des Apollontempels von Didyma
Der Tempel hat eine doppelte Ringhalle: der äußere Säulenring hat 10 × 21 Säulen, der innere 8 × 19 Säulen. Der Stylobat (oberste Stufe des Tempelunterbaus) hat eine Größe von ca. 51 m × 109 m. Die 120 ionischen Säulen sind 19,70 m hoch. Den oberen Abschluss bildete über dem Architrav ein Fries aus Ranken, Löwenfiguren und Medusenhäuptern. Eines davon ist heute neben dem Eingang zu sehen.Die Ringhalle erhebt sich auf einem siebenstufigem Unterbau, dem Stereobat. Sein Eingang liegt im Osten und führt über eine Freitreppe von 14 Stufen. Von dort gelangt man, nach dem Durchschreiten der Ringhalle, in die Vorhalle (Prodomos), die wegen ihrer 3 × 4 Säulen auch Zwölfsäulensaal (griechisch Dodekastylos) genannt wird. Anstelle einer Cellatür befindet sich hier ein über 14 Meter hohes unverschließbares Portal mit einer Schwelle von knapp 1,5 Metern Höhe. Sie war also unüberschreitbar. In das Innere des Tempels führen seitlich des Portals zwei Tunnelgewölbe. Diese Tunnelgänge sind die einzigen Zugänge.Im Inneren des Tempels liegt ein Hof, der in Inschriften als Adyton bezeichnet wird. Im Westen des Hofes finden sich die Fundamente eines Baus mit einer Größe von 8,24 m × 14,23 m. Dieses Gebäude diente zum Schutz des Kultmals, einer Süßwasserquelle. Die Bedeutung dieser Quelle schließt sich daraus, dass Didyma auf einem wasserarmen Kalkplateau liegt. An der Ostseite des Hofes führt zwischen den beiden erwähnten Tunnelgängen eine Freitreppe mit 24 Stufen zu einer Dreitürenwand (griechisch Trithyron). Diese Wand hat zwei korinthische Halbsäulen und bildet innerhalb des Hofes eine Außen- und Fassadenarchitektur. Gottfried Gruben bezeichnet sie als den „architektonischen Brennpunkt des Tempels“. Dahinter liegt ein Saal mit zwei gegenüberliegenden Treppenhäusern und dem so genannten Großen Portal. Auch hier sind die Schwellen mit einer Höhe von 50 Zentimetern relativ hoch und konnten nur mit Hilfsmitteln überschritten werden. Die Treppenhäuser werden labyrinthoi genannt. Der Bau wurde wohl nach eindeutig kultischen Vorgaben erstellt. Über die genaue Nutzung und Funktion gibt es allerdings nur Mutmaßungen.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Didyma)

Medusenhaupt
Obwohl man etwa 600 Jahre am Tempel arbeitete, wurde er nie fertiggestellt. Strabon berichtet, der Tempel sei wegen seiner Größe ohne Dach geblieben. Tatsächlich fehlen die Dachzone des Prodomos (Vorhalle) und der nie vollendeten Ringhallen. Auch wurde die letzte Glättung der Wände nicht ausgeführt. So blieben dort umfangreiche antike Werkzeichnungen erhalten, die erst 1979 von Lothar Haselberger entdeckt wurden. Es handelt sich dabei offensichtlich um Arbeitspläne für Säulen, Gebälke, und andere Details. In der Antike wurden die Wände vor der Ritzung mit Rötel eingerieben, so dass die Linien deutlich sichtbar waren. Die großflächigen Zeichnungen umfassen bis zu 25 Meter lange Geraden und Kreisbögen mit Radien bis zu 4,5 Metern. Die Linien sind mit Metallstichel, Lineal und Zirkel in die Oberfläche der Marmorquader geritzt und bis auf wenige Millimeter genau. Didyma gehörte zusammen mit Delphi, Dodona und Klaros zu den bedeutendsten griechischen Orakeln. Der genaue Ablauf beim Erteilen einer Prophezeiung ist nicht bekannt; ihre Endform in Versen erhielten die Orakelsprüche jedenfalls durch Priester. Die letzte große Blütezeit des Heiligtums war im 1. und 2. Jahrhundert.Im Südosten des Tempels liegt ein Stadion, in dem man seit ca. 200 v. Chr. Wettkämpfe abhielt. Die Stufen des Stylobats an der südöstlichen Langseite des Tempels dienten dabei den Zuschauern als Sitzgelegenheit.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Didyma)