Größere Kartenansicht(Bilder Didim)
Didyma, das heutige Didim liegt etwa 20 km von der Hafenstadt Milet an der Westküste entfernt. Didyma und Milet waren in antiker Zeit durch einen Seeweg. Ab dem 6. Jh. wurde eine weitere Verbindung durch den Bau einer „Heiligen Straße“ (Prozessionsweg) geschaffen. Ausgrabungen haben ergeben, daß die Straße 5 – 7 m breit war und eine Länge von ca. 16 km aufwies. Eine Inschrift auf dem letzten Meilenstein bezeichnet den Kaiser Trajan als Erbauer der Straße. Didyma war die einst größte griechische Orakelstätte in Kleinasien. Die Herkunft des Namens Didyma konnte bis heute nicht genau geklärt werden. Entweder sammt der Namen aus dem Karischen (vor der griechischen Besiedlung) oder aus dem Griechischen. Didymos heißt Zwilling. Es könnten damit Apollon und Artemis gemeint sein. Die Ruinen der Orakelstätte befinden sich im Hinterland des Badeortes Ddim Plaj (Altinkum Plaji) in dem Dorf Yeni Hisar (Neue Burg). Die Geschichtsschreiber Herodot und Pausanias berichen, daß die Ionier um die 1. Jahrtausendwende v.Chr. die Gegend besiedelten und eine ältere Kultstätte übernahmen. Diese Kultstätte war einer weiblichen Naturgottheit geweiht. Schon zu dieser Zeit gab es nach der Überlieferung ein über einen Erdspalt ein karisches Orakelheiligtum. Die eingewanderten Ionier weihten das Heiligtum dem Apollo Philesios. Eine Legende berichtet, daß Leto am Ort der Orakelstätte ihren Sohn Apollon von Zeus empfangen habe. Leto war die Tochter der Titanen Koios und Phoibe. Leto wird eine Geliebte des Zeus. Dieser zeugte mit ihr die Zwillinge Artemis und Apollon. Später erschien Apollon einem einheimischen Hirten namens Branchos. Diesem verlieh er die Sehergabe. Das karische Priestergeschlecht der Branchiden führt ihre Herkunft auf diesen Hirten Branchos zurück. Die Branchiden waren Namensgeber und Vorsteher des Heiligtums bis in die Zeit der Perserkriege. Später wurden die Branchiden durch Priester des Heiligtums Milet ersetzt. Das Orakel begründete nach Überlieferung des Herodot bereits im 7. Jh. einen weit über die Grenzen herausragenden Ruf, welches Weihgeschenke des ägyptischen Pharao Necho und des Lyderkönigs Kroisos belegen. Das Heiligtum und die Stadt Milet wurden 494 v.Chr. (Dareisos) und 479 v.Chr. (Xerxes.) beim Zusammenbruch des Ionier-Aufstands geplündert und zerstört. Danach sollen die Branchiden die Tempelschätze freiwillig an die Perser übergeben haben und nach Persien geflohen sein. Die beiden Brandschatzungen konnten jedoch bis heute nicht belegt werden. Nach dem Sieg Alexander des Großen über die Perser wurde der Wiederaufbau der Tempelanlage in Angriff genommen. Der monomentale Neubau wurde um 300 v. Chr. von den Baumeistern Paionios von Ephesos und Daphnes von Milet begonnen. Milet gab den Auftrag zum Neubau des Apollontempels und setzte Jahresbeamte als prophetes und Opferpriester ein. In römischer Zeit versuchten verschiedene römische Caesaren (Gaius Julius Caesar, Caligula, Trajan, Hadrian und Commodus) den Tempelbezirk fertig zu stellen. Im 4. Jh. v. Chr. erlebte das Orakel seinen ersten Niedergang. Der religiöse Betrieb des Orakels wurde eingestellt. In der Spätantike erlebte Didyma noch einmal eine Blütezeit. Der Ort wurde Bischofssitz und von Kailser Justinian I mit dem Titel Justiniapolis geehrt. Im frühen Mittelalter erlebte Didyma einen erneuten Niedergang. Didyma erlangte im 10. - 12. Jh. noch einmal Bedeutung durch einen neuen Bischofssitz. Im 7. und 15. Jahrhundert n.Chr. ereigneten sich 2 Erdbeben die zur Aufgabe der Siedlung führten. Eine erneute Besiedlung erfolgte erst am 18. Jahrhundert.


