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Priene Geschichte

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(Bilder Priene)
Das Ruinenfeld des antiken Priene liegt nördlich von Milet an der weiten Schwemmlandebene des Büyük Menderes (Großer Mäander). Die verlandete Schwemmlandebene erstreckt sich tief ins Landesinnere (Latmischer Meerbusen). Priene liegt auf einer einsamen Felsterrasse, die von einem Marmorblock (371 Meter hoch) überragt wird. Die Stadt ist terassenförmig angelegt. Über der Stadt ragt der mächtige Burgfelsen mit 200 Meter. Priene könnte man als eine hellinistische Landstadt in einer schönen Landschaft beschreiben. Die Stadt bot Platz für 4 – 5 Tsd. Einwohner. Die Geschichte der Stadt liegt im Dunkeln. Die erste Besiedlung ist vermutlich auf die karische Zeit zurückzuführen.
Priene gehörte einst dem lykischen Bund an. Nach der Zerstörung der Stadt Milet wurde Priene Schutzmacht des Bundesheiligtums Panionion. Erste schriftliche Überlieferungen gehen auf das 7. Jahrhundert v.Chr. zurück. Die Kimmerier plünderten die Stadt und Region. Die Kimmerier waren ein Reitervolk, welches vermutlich in dem Gebiet zwischen der Krim und Südrußland lebten. Das phrygische und das lydische Reich stand zu der Zeit kurz vor dem Untergang. In der Zeit um 645 v.Chr. eroberten die Lyder die Stadt. Im frühen 6. Jh. v. Chr. lebte in Priene der Gesetzgeber Bias (ca. 590 – 530 v.Chr). Bias gehörte zusammen mit Thales von Milet, Pittakos von Mytilene und Solon von Athen zu den sog. „Sieben Weisen“. Im Jahr 545 v.Chr. eroberten die Perser unter Kyros die Stadt. Die mächtigen Nachbarstädte Samos, Milet und Magnesia am Mäander waren Konkurrenten mit denen Priene fortwährend im Streit lag. Priene fiel anschließend an das Attische Reich. Im Jahr 442 wurde Priene von Athen an die Stadt Milet übergeben. Die Lage des ionischen Priene ist nicht bekannt. Man nimmt an, daß sich die Reste im Schwemmland des Mäanders liegen. Gegen Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. wurde die Stadt an anderer Stelle neu gegründet. Die Neugründung erfolgte am Südhang der gebirgigen Halbinsel Mykale unterhalb eines über 300 Meter hohen Felsklotzes. Dieser Felsklotz wurde als Akropolis in das ummauerte Stadtgebiet mit eingeschlossen. Auftraggeber für die Neugründung könnten von dem karischen Herrscher Maussollos oder von den Athenern veranlaßt worden sein. Mächtige Städte der Umgebung waren im Westen die Insel Samos, im Süden Milet, Magnesia im Osten und Heakleia am Latmos im Südosten. Die Stadt wurde mit einem rechtwinkligen Straßenraster bebaut. Diese Stadtanlage wurden nach dem Theoretiker Hippodamos als hippodamisch bezeichnet. Das typische Stadtbild war ein großer Platz mit einer Agora. Die Wohngebiete waren in gleich große Grundstücke aufgeteilt. Alexander der Große sorgte im Jahr 334 v.Chr. für die bauliche Fertigstellung der Staddtd. Der Haupttempel wurde dem König selber, der Athena, geweiht. In der Folgzeit wechselten sich die Herrscher ab. Seleukiden, Ptolemäer, Römer, Ptolemäer. Die Mithridatischen Kriege (89–65 v. Chr.) brachten große Veränderungen und wirtschaftlichen Niedergang. Doch einige Bauprojekte zeugen von einer gewissen Erholung, die sich daran bis in die frühe Kaiserzeit anschloss, darunter vor allem die Fertigstellung des Tempels unter Augustus.  Durch Anschwemmungen des Mäander schob sich die Küstenlinie mehr und mehr hinaus, wodurch Priene mit seinem Hafen zusehends an Bedeutung verlor. Aus dem zweiten Jahrhundert stammen immerhin die bescheidenen Reste einer Synagoge Bei der Teilung des Römischen Reichs kam Kleinasien – und damit auch Priene – zum oströmischen Reich, das als byzantinisches Reich bis 1453 fortbestand. Vom 5. Jahrhundert an ist die Stadt als Bischofssitz belegt. Im 13. Jahrhundert wurde aus Spolien im Bereich der ehemaligen Agora ein Kastell errichtet. Mit der Eroberung durch die Türken gegen 1300 endet schließlich der Nachweis für die Besiedlung der inzwischen Sampson genannten Stadt.
1. Karte Priene